Esperance

​Meine Empfängerorganisation und gleichzeitig zweite Einsatzstelle heißt Esperance. Mit vollem Namen „Association des Jeunes Sportifs de Kigali“ wurde „Esperance 1996, 2 Jahre nach dem Genozid, von einer Gruppe junger Menschen gegründet, die das Ziel hatten, Fußball als Mittel für eine bessere Zukunft zu nutzen. 2 Jahre nach dem Genozid und auch heute noch hat Ruanda mit den Folgen des Genozids zu kämpfen. Mit Bildungs- und Gemeinschafts-programmen, wie „Fußball für Frieden“, versucht Esperance die ethnische Teilung zu überbrücken. Die Organisation nutzt Fußball nicht nur, um Spannungen in der Gesellschaft abzubauen, sondern auch, um ein Bewusstsein für problematische Themen zu schaffen. So führt sie unter anderem auch Fußballturniere in Verbindung mit AIDS-Aufklärung durch.“ Soweit eine kurze Beschreibung, die ich übrigens zitiere, da ich sie meiner Faulheit geschuldet von Philipp übernommen habe, der sich dafür netterweise einmal die Arbeit gemacht hatte. 

Hier der Link zur Homepage von Esperance.

Bis Ende dieser Woche bestehen unsere Aufgaben zum einen in der Büroarbeit, in der wir einen Newsletter erstellten, kurze Artikel schrieben und Esperance in den sozialen Netzwerken auf dem neusten Stand hielten. Deshalb poste ich zur Zeit auch so viel auf Facebook. Wenn ich euch zu Veranstaltungen oder Seiten einlade, dann nicht mit dem Hintergedanken, dass ihr dann wirklich aus Deutschland eingeflogen kommt und an den Veranstaltungen teilnehmt – auch wenn das natürlich sehr cool wäre, sondern durch „Likes“  und sehr oft geteilte oder kommentierte Inhalte auf den Seiten das Interesse potentieller Sponsoren und Förderer geweckt werden könnte. Bei der Umsetzung jeglicher Art von Projekten geht es nämlich zuerst immer nur um eines: Geld! Weshalb jeder zusätzliche Sponsor oder Förderer hier eine sehr wichtige Rolle spielt. Das heißt: Fleißig „Likes“ oder Kommentare bei von Esperance geposteten Inhalten da lassen! Dankeschön!
Neben der Büroarbeit trainieren wir das U17 Fußballteam von Esperance Montags und Donnerstags sowie das Mädelsteam jeden Dienstag. Bei den Jungs machen entweder Philipp und ich das Aufwärmprogramm, worauf das Haupttraining dann von Sauve (auch Emmanuel genannt) – dem Coach – gehalten wird oder andersherum. Mit 15 Jungs, die wir noch auswählen müssen, haben wir in der nächsten Woche Großes vor. Mit Spendengeldern, die wir in Deutschland eingesammelt hatten, sind wir zur Zeit dabei, ein Auswärtsspiel in Gisenyi im Norden Ruandas zu organisieren. Das wird ein großer Tag für die Jungs aus Kimisagara, denn regelmäßig geschweige denn offizielle Spiele in diesem Alter gibt es noch nicht. Die einzigen Gelegenheiten, das harte Training auf die Probe zu stellen, sind Freundschaftsspiele wie dieses. Noch dazu kommt, dass die wenigsten von ihnen überhaupt schon einmal aus Kigali hinausgekommen sind, was natürlich eine super Erfahrung für sie werden würde. Gegen das U17 Team einer befreundeten Partnerorganisation wird das Freundschaftsspiel voraussichtlich am Freitag in einer Woche, dem 25. November, stattfinden. Allerdings wissen unsere Jungs davon noch nichts, denn sonst – so  wurde uns erzählt – würde sich die Spielweise selbst im Training sehr stark ändern und das Fairplay, das bei uns sehr groß geschrieben wird, wahrscheinlich auf der Strecke bleiben. Denn jeder aus dem Team möchte natürlich die Möglichkeit bekommen, bei dem Auswärtspiel so weit weg von Zuhause dabei zu sein.

Ein weiteres Projekt, das zwar nicht von uns Freiwilligen organisiert wird, wir allerdings involviert sein werden, nennt sich „Streetfootballworld East Africa Festival“. Bei dem Event kommen über 250 10-15 Jährige, meist aus benachteiligten Verhältnissen stammende Kinder aus ganz Ostafrika zusammen, um durch den Fußball verschiedene „Lifeskills“ zu erlernen und zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel Themen wie gewaltfreie Konfliktlösung, das Bewusstsein über Hygiene und Wasser oder der interkulturelle Austausch. Vom 4. bis zum 10. Dezember wird das Festival mit Kindern aus über acht Ländern im SOS Kinderdorf Kigali stattfinden. Hier noch der Link zum Event:

Streetfootballworld East Africa Festival

Eine Stufe größer geht immer! Vor ungefähr vier Wochen wurde Esperance zu einem Meeting im Amahoro Stadion eingeladen. Durch befreundete Freiwillige, die zusammen mit einem französischem Freiwilligen, der beim Nationalen Olympischen Komitee in Ruanda arbeitet, diese Veranstaltung ins Leben gerufen haben, hatten Philipp und ich erst näheres über diese große Idee erfahren. Also sind wir beide zusammen mit Domy zu dem sehr eindrucksvollen und produktiven ersten Meeting gegangen. Und nun? Vier Woche und ein weiteres Meeting später sind die Hauptorganisatoren – das Nationale Olympische Komitee und die Root Foundation, bei der besagte befreundete Freiwillige arbeiten, zusammen mit mehreren anderen Organisation unteranderem eben auch Esperance dabei, ein Sportfest für über eintausend (!) benachteiligte Kinder im National Stadion zu organisieren. Am 17. Dezember wird es soweit sein, wenn über eintausend Kinder an verschiedensten Sportworkshops und anderen Aktivitäten beim “Childrens Sports day“ teilnehmen dürfen. Dieses Sportfest werden die Kinder nie vergessen! Falls es ein Erfolg werden sollte – und davon gehen wir alle Beteiligten aus – kann es sogar sein, dass dieses Fest wiederholt werden oder sogar regelmäßig stattfinden könnte. Ich bin gespannt.

Link zur Facebookveranstaltung:

Childrens Sports Day

Nun noch ein letzter Teil zu meiner jetzigen Arbeit. Wie ich schon gesagt hatte, sind auch die Nationalen Examen nun vorbei und die Ferien haben jetzt richtig angefangen. Das bedeutet für Philipp und mich, dass wir ab Montag jeden Tag sehr viel zutun haben werden. Wie in der Schule werden wir sowohl Englischstunden als auch Sport bzw. hauptsächlich Fußballtraining geben. Es wird eine anstrengende aber auch schöen Zeit werden!

Um die anstrengende aber natürlich auch schöne Arbeit etwas zu erleichtern, planen wir zur Zeit unseren Weihnachts – und Silvesterurlaub. Es soll Richtung und Tansania und Sansibar gehen… vielleicht auch noch weiter!

Das war er nun, mein Arbeitsbericht Teil 2/2.

Liebe Grüße nach Würzburg! 🙂

Euer Moritz

PS: Morgen geht’s um Highlife in Kigali! 

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