Lang, Lang ist’s her!

Ja er lebt noch, der Moritz, im weit entfernten Ruanda. Keiner kann sich wirklich erinnern, wann der letzte Blogeintrag veröffentlicht wurde – zu lange ist das nun her. Wer auf Ausreden steht, für den habe ich hier eine:

Ende November wachte ich an einem Dienstag Morgen auf, begegnete noch schlaftrunken im Wohnzimmer Martha, die sich an dem Morgen gegen 6:00 früh zum Basketballtraining aufmachte. „Wer hatte denn das Fenster offengelassen? Komisch. Wie auch immer.“ Ich schloss es ohne weiter darüber nachzudenken und legte mich noch einmal für eine Stunde hin. Das zweite Mal an diesem Morgen wachte ich dann durch ununterbrochenes, lautstarkes Fluchen auf. Sven war anscheinend mit dem falschen Bein aus dem Bett aufgestanden… Unter das Fluchen mischten sich auch lautstarke Äußerungen über seinen Laptop und ich ahnte nichts Gutes. Um es im Originalton wiederzugeben: „Fu******** mein Laptop ist weg! Der stand genau hier!“. Schnell stand ich auf und ging ins Wohnzimmer, wo Sven auf einen leeren Wohnzimmertisch starrte. Der Wohnzimmertisch, auf dem am Abend vorher noch sein Laptop gestanden war. Anscheinend hatte sich jemand Zugang zu unserem Haus verschafft und bei uns eingebrochen. Ein mitfühlender Schock machte sich in mir breit. Der Laptop war absolut nicht billig gewesen! Nächster Gedanke: „Sven, schau doch mal, ob Dir noch was fehlt“. Die Frage wurde leider im Folgenden mit einem lauten „JA“ beantwortet. Martha oder Philipp kamen auf die Idee, dass wir anderen vielleicht auch einmal nachsehen sollten, ob uns was fehlte. Meinen Rucksack samt Laptop hatte ich am Abend zum Glück in mein Zimmer gestellt. Also sah ich da kurz nach. Als ich aber mein ganzes Zimmer nach dem Rucksack absuchen musste und nichts fand, versuchte ich mir in dem Moment einzureden, dass mein Rucksack doch im Wohnzimmer gestanden hatte. Nein, da war auch nichts. Schei**. Ein absolut – entschuldigt für die Wortwahl, aber sie ist so treffend – beschissenes Gefühl platze in mir und breitete sich in meinem ganzen Kopf blitzschnell aus. Es kam noch schlimmer. Im Laufe des Vormittags hatte ich mich zunächst kurz erholt, musste aber in einigen Abständen neue Verluste feststellen, was mich immer weiter hinunterzog. Neben dem Rucksack und dem Laptop kam noch mein Geldbeutel samt Kreditkarte hinzu, die erst einmal gesperrt werden musste. Versucht einmal in so einer Situation aus Ruanda nach Deutschland anzurufen, um diese blöde Karte zu sperren. Es dauerte einige Versuche aber irgendwann klappte es zum Glück. Nächster Schock: Im Geldbeutel trug ich immer ein Abschiedsgeschenk von Céline bei mir – auch weg. Zum Abitur hatte ich ein Schnitzmesser geschenkt bekommen, was ebenfalls eine persönliche Bedeutung für mich hatte – weg. Dies lag ganz sicher in meinem Zimmer auf einem Stuhl. Kluge Köpfe können nun den Schluss ziehen, was sich in der Nacht neben meinem Bett abgespielt hatte, während ich geschlafen habe. 

Wenigstens haben sie mich nicht aufgeweckt und ich habe eine Story für meinen Blog…

Mit dem Schreiben musste ich dann aber logischerweise noch ein wenig warten.

Jetzt, rund drei Monate später, hatte ich einen superschönen Besuch von Lotte – meiner großen Schwester – und ihrer Freundin Nathi. Den alten Laptop meines Vaters, den sie mir mitbrachten, konnte ich so kurzerhand in Gebrauch nehmen und kann euch nun wieder vermehrt mit Geschichten aus meinem Freiwilligendienst in Ruanda volltexten. Freut euch!

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